Praxisphilosophie

Der Mensch schafft durch Kommunikation Welt und Erleben

Das Zusammenleben der Menschen ist gekennzeichnet durch die Kommunikation in Form von Sprache, Gestik und Mimik. Wenn sich manches Paar ohne Worte versteht, oder Pan Tau uns zum Lachen bringt ohne Ton, dann ist die Basis für Verstehen, unsere Fähigkeit zu interpretieren. Provokant formuliert: Kommunikation ist Interpretation.

Sprache erleichtert die Interpretation, ist aber nur eines der Werkzeuge für Kommunikation. Gesten, Mimik letztlich jedes Verhalten veranlasst meine Mitmenschen Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen. Kommunikation, ob verbal oder nonverbal ist ein wechselseitiger Prozess und setzt immer mindestens zwei Partner voraus, einen der agiert und einen der reagiert.

Letzten Endes gestaltet Kommunikation und das daraus resultierende Verhalten meine Welt. Oder: Der Mensch schafft durch Kommunikation Welt und Erleben. Die Grenzen meiner Sprache sind somit nicht die Grenzen meiner Welt. Die Grenze meiner Kommunikation ist die Grenze meiner Welt.

Sprachtherapie wie ich sie verstehe, rückt den Menschen in seiner Kommunikationsfähigkeit, die auch die Angehörigen integriert, in das Zentrum. Nicht alleine das linguistische Produkt Sprache bildet den Fokus, sondern der Einzelne mit seinen individuellen Fähigkeiten, seiner kommunikativen Kompetenz. Die Therapie ist alltagsnah und gestaltet sich primär als Dialog. Im therapeutischen Dialog werden die Prozesse der Sprachverwendung unter linguistischen Kriterien trainiert und reorganisiert. Das Ziel meiner Tätigkeit als Therapeut ist, dem Patienten die Möglichkeiten zu geben, seine Ressourcen zu erkennen und zu nutzen. Der Einzelne erlebt sich kompetent, vital und kommunikativ.

© 2011 Barbara Amberg-Haubenreiser
Leben kompetent leben. Ich bin es mir wert.
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